MACHT SPIELE
Leonhard-Frank-Preis 2012
Ausschreibungstext des Mainfrankentheaters Würzburg:
Macht Spiele
Leonhard-Frank-Preis für junge Dramatiker 2012

Unter dem Motto „Macht Spiele!“ vergibt das Mainfranken Theater Würzburg gemeinsam mit der Leonhard-Frank-Gesellschaft nun schon zum sechsten Mal den Leonhard-Frank-Preis für junge Dramatiker und Dramatikerinnen. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Seit seinen Beginnen bietet das Theater eine Reflexionsfläche für sein Zeitgeschehen, es erlaubt der Gesellschaft, in der es verankert ist, sich selbst einen Spiegel vorzuhalten. Auf politischer, sozialer oder familiärer Ebene – das Theater setzt sich immer auseinander mit den Beziehungen, die Menschen aufbauen, in denen sie scheitern und an denen sie wachsen können.

So wie eine Gesellschaft nach bestimmten Regeln und Gesetzen funktioniert, so hat auch das Theater seine ganz bestimmten Vorgaben. Lange Zeit waren diese formal und inhaltlich eindeutig festgelegt – in starker Orientierung an den Regeln, die Aristoteles in seiner „Poetik“ festlegte und die darauf folgende Generationen, in Anlehnung an ihre eigenen gesellschaftlichen Grundsätze, weiterentwickelten.

Innerhalb dieser festen Vorgaben untersuchte das Theater spielerisch die Machtgefüge seiner Welt – manchmal durch das bewusste Brechen mit Tradition, manchmal durch das subversive Unterwandern der Tradition und manchmal durch das Festhalten an der Tradition.

Das Theaterspiel funktioniert(e) also – wie alle Spiele jeglicher Art – nach bestimmten Spielregeln, und kein Spiel kann ohne Regeln gelingen. Einschränkungen und feste Setzungen müssen also den künstlerischen Ausdruck nicht notgedrungen beschneiden. Manchmal ermöglicht gerade die (freiwillige) Beschränkung die größte künstlerische Freiheit – so, wie auch unsere Gesellschaft durch die (freiwillige) Unterwerfung unter Regeln und Gesetze ihre freiheitliche Natur erhalten kann (oder dies zumindest behauptet). Gleichzeitig ist die Etablierung einer Regel auch immer ein Gewaltakt, ein Moment der Autorität und Machtausübung.

Das Mainfranken Theater Würzburg sucht Theatertexte von Autoren und Autorinnen, die bereit sind, sich auf dieses Gedanken-Macht-Spiel einzulassen und in ihrem Text eine deutlich benannte und erkennbare formale Einschränkung verwenden. Das inhaltliche Machtspiel ihrer Figuren findet sich auch in dem formalen Machtspiel des Textes / des Autors bzw. der Autorin wieder. Was für ein Machtgefüge entsteht daraus? Wo befindet sich der Autor / die Autorin in diesem Gleichnis und welche Macht besitzt er oder sie in diesem Spiel? Wie kommen die formalen und die inhaltlichen Machtspiele miteinander in Berührung? Nach welchen Gesetzen funktioniert diese Welt / dieser Text – und was geschieht, wenn damit gebrochen wird?


Teilnahmebedingungen

Die Einreichungen sollten sich künstlerisch mit diesem Thema auseinandersetzen, wobei von Konzepten aus dem Bereich der Performance Art bis hin zu einem geschriebenen Theaterstück alles erwünscht ist. Die Autoren und Autorinnen sollten in der Regel bei Einsendeschluss nicht älter als 35 Jahre sein.

Die Texte müssen zur Uraufführung noch frei sein und das Stück sollte mit maximal fünf Darstellern und Darstellerinnen auf der Bühne realisierbar sein. Sofern sich nach Einreichung des Manuskriptes eine Uraufführung mit einem anderen Theater ergeben sollte, wird darum gebeten, das Mainfranken Theater Würzburg darüber zu informieren.

Modalitäten

Manuskripte senden Sie bitte in fünffacher Ausfertigung mit einem kurzen Expose (max. eine Seite) unter Angabe von Namen, Anschrift, Tel.-Nr., E-Mail und Geburtsdatum an: Mainfranken Theater Würzburg, „Leonhard-Frank-Preis 2012“, Theaterstraße 21, 97070 Würzburg.

Einsendeschluss ist der 24. Februar 2012

Bitte beachten Sie, dass Einreichungen, die den formalen Kriterien nicht gerecht werden, nicht beachtet werden können. Die eingesandten Manuskripte können nicht zurückgesandt werden. Die Gewinner werden schriftlich verständigt.

Die abschließende Preisverleihung findet im Rahmen der Autorentheatertage im Mai 2012 statt, wobei die besten Einsendungen szenisch vorgestellt werden.


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